Erstmals erwähnt der Lexikograph Stjepan Bizantinac in einer schriftlichen Quelle den Namen Ladesta und Ladeston (nach Theopomp aus dem 4. Jh. v. Chr.). Die Römer hatten der Insel einen feierlicheren Namen gegeben: Augusta insula, das heißt „die Kaiserinsel“. Im Mittelalter schrieb man Augusta, Lagusta und Lagosta, während gleichzeitig über die romanische Form Lasta, eine Verschleifung des ursprünglichen Ladesta, mit der slawischen Endung –ovo der heutige Name entstand. Unter dem slawischen Namen to Lastovon erwähnt es in der Mitte des 10. Jh. der byzantinische Kaiser und Historiograph Konstantin Prophyrogennetos erstmals auf griechisch, was zeigt, daß die Insel zu dieser Zeit bereits von Kroaten besiedelt war.
Isoliert in den Weiten der Adria erlebt Lastovo seltener als die übrigen kroatischen Inseln plötzliche Wetterumschwünge. Nach der Zahl der Sonnenstunden im Jahr (ca. 2.700) zählt es zu unseren sonnigsten Inseln. Es besteht überwiegend aus Kalkstein der Unteren Kreide. Karstige Dolomitenfelder erstrecken sich zwischen Kalksteinhügeln, von denen Hum mit 417 m der höchste ist. In den zahlreichen Ebenen, unter denen Vinopolje die größte ist, bestehen Schichten von roter Erde und Quarzsand. Sie sind umgeben von sanften Hängen aus porösem Karst, in denen sich eine Reihe von Höhlen gebildet hat. Die bekannteste ist die Höhle Raca, in der sich die Natur mit „zahlreichen Spielen“ ausgetobt hat, wie bereits der Dubrovniker Autor Mavro Orbini 1601 schrieb. Die Küsten der Insel sind überwiegend steil und nicht gegliedert, und das Meer unter ihnen ist tief. Lastovo ist gemeinsam mit Mljet unsere waldreichste Insel, denn die Wälder waren bis vor kurzem durch vernünftige Gesetze der Republik Dubrovnik geschützt. Es bestehen zwei weitläufige sichere Förden: Auf der Südseite zwischen Kap Skrizeva und Kap Veljega Mora hat sich die Bucht Skrivena Luka tief in die Insel hineingeschoben, und zwischen Prijezba und Lastovo liegen Veli und Mali Lago, die durch einen engen Übergang, Most, miteinander verbunden sind. An der Adria gibt es keine besseren Fanggebiete für kleine Fische, Hummer, Aale und zahlreiche Edelfischarten als die Fischgründe um Lastovo.
Die ältesten Spuren von Leben wurden in der Höhle Raca gefunden. Sie zeigen eine Kontinuität seit der frühen Bronzezeit. Funde griechischer und römischer Keramik zeigen darüber hinaus, daß sich die Insel von Alters her in der Sphäre der griechischen Handelswege auf der Adria befand. Eine der prähistorischen Siedlungen lag auch an der Stelle des heutigen Dorfes, das vermutlich an der Stelle von einer illyrischen Burg auf dem Gipfel gekrönt war, wo viel später das Dubrovniker Kastell errichtet wurde. Die Römer legten in Ubli, am Fuße der sichersten Bucht von Lastovo und am Rand seiner fruchtbarsten Ebenen, Vinopolje und Nizno Polje, einen Hafen an. Lastovo betrat tatsächlich und symbolisch im Jahre 1000 die historische Bühne. Als sich, während einer militärisch-diplomatischen Kampagne des venezianischen Dogen Petro Orseolo, alle Städte an der Adria von der Spitze Istriens bis nach Dubrovnik diesem Rechtsvertreter des byzantinischen Kaisers unterstellten, widersetzte sich (wenn auch vergeblich) einzig Lastovo. Dabei verließ es sich auf die Stärke seines Kastells oberhalb des Dorfes, das ganz aus der Spätantike stammte. Die Insel bewahrte bis zur Mitte des 13. Jh. eine sehr weitgehende Autonomie, die es ihr ermöglichte, sich dem territorialen Rahmen der Gemeinde Dubrovnik freiwillig anzuschließen, wobei ihre Gewohnheitsrechte erhalten blieben. Die Dubrovniker bemühten sich dennoch, die Autonomie Lastovos zu beschneiden, und so kam es auf der Insel häufiger zu Konflikten, die im Aufstand von Lastovo 1601-1606 kulminierten, dessen einzelne Phasen die Grundfesten der Republik erschütterten. Aber trotz der andauernden Spannung, die gegenüber der Dubrovniker Verwaltung auf der Insel bestand, lebten die Lastovcer in all diesen Jahren in einem Wohlstand, wie ihn kein anderes Gebiet Dubrovniks genoß außer der Stadt selber. Die Baukunst Lastovos in dieser langen Periode ist eine der interessantesten Varianten der Dubrovniker Architektur. Reiseberichte aus dieser Zeit betonen die Schönheit und Bequemlichkeit ihrer Häuser, die Fruchtbarkeit der Felder und des Meeres rund um die Insel, die hervorragende Qualität ihrer Weine und Öle, den Reichtum an Kirschen, Quitten und anderen Früchten. Dubrovniker Schriftsteller berichten, daß sich die Bevölkerung Lastovos auch mit dem einträglichen Korallenhandel beschäftigte, denn rund um die Insel gibt es viele rote, weiße und schwarze Korallen.
In dem Umbruch, zu dem es zu Beginn des 19. Jh. kam, fiel Lastovo unter französische Verwaltung. Durch den Wiener Kongreß gelangte Lastovo gemeinsam mit dem gesamten Territorium der einstigen Republik Dubrovnik unter die Herrschaft der österreichischen Monarchie, wo es bis zu deren Kapitulation 1918 verblieb. Damals kam die Insel unter italienische Verwaltung. Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich Lastovo als jugoslawische Marinebasis in einer Art Blockade, bis der kroatische Staat seine Selbständigkeit erklärte.
