Gegenüber den Inseln Brioni, nicht weit entfernt vom ehemaligen römischen Pula, liegt Fazana, ein kleiner Fischerort, der mit seiner Stimmung jeden Besucher schon bei der ersten Begegnung fasziniert. Fazana und Valbandon bilden eine Einheit mit ungefähr 4000 Bewohnern. Viele von ihnen gehen traditionellen Tätigkeiten wie Fischfang und Landwirtschaft nach. In neuerer Zeit hat der Tourismus einen wichtigen Stellenwert eingenommen. Der Name Fazana kommt vom antiken Namen Phasianae, der mit dem Vogel Fasan in Verbindung steht wie auch mit Vasianum, was auf die bekannte Produktion von Amphoren hinweist, in denen im ganzen römischen Reich der gelobte Wein und das besungene Olivenöl von den istrischen Küsten transportiert wurde.
Das religiöse Leben reicht in das Jahr 1150 zurück, als Fazana zum ersten Mal als Pfarre erwähnt wird. Die Heiligen Cusma und Damian sind die Beschützer von Fazana, daher heißt so auch die Pfarrkirche aus dem 16. Jahrhundert, die den Hauptplatz von Fazana ziert. In der Stadt stehen auch noch die kleinen Kirchen des Heiligen Eliseus (6. Jh.), des Heiligen Johannes (16. Jh.), wie auch die Kirche der Heiligen Maria von Karmel (14. Jh.). In den Jahrhunderten unter der Herrschaft von Venedig bis 1797 war Fazana zugleich Dorf und kleine Stadt. Sie war gleichzeitig ein rurales und urbanes Zentrum. Die venezianische Bauweise kennzeichnet auch das heutige Aussehen des alten steinernen Kernes von engen Gassen, Häusern und Plätzen und Piazzettas. Während der 100-jährigen Herrschaft der österreichisch-ungarischen Monarchie erlebte die ganze Umgebung von Pula eine Blüte, so dass Dank der Umsicht des Wiener Industriellen Paul Kupelwieser, des neuen Besitzers von Brioni, ein neues Leben auch für diese vernachlässigte Inselgruppe und für Fazana begann.
Das Leben kehrte hier Dank des Engagements des Wissenschaftlers und Arztes, des Nobelpreisträgers Robert Koch, zurück, der hier die Malaria erfolgreich bekämpfte. Die Inseln Brioni wurden ein Thermalbad und ein weltbekannter mondäner Sommerkurort. Fazana wurde Gastgeber für Touristen mit einigen Hotels und gastgewerblichen Betrieben. Da standen auch eine Karamel-, Likör- und Sardellenfabrik, eine Schiffswerft, Bäckereien, Garagen und Tankstellen. Es gab Schiffsverbindungen nach Triest und anderen Teilen der Adria.
Nach dem 2. Weltkrieg kam der jugoslawische Präsident Josip Broz Tito nach Brioni. Wie auch viele andere Besucher vor ihm, band er sich emotionell an diese wunderschöne Inselgruppe, so dass Brioni schnell Titos offizielle Residenz wurde, was die Lebensweise dieser Umgebung mitbestimmte. Auf dem Weg zu den Inseln Brioni spazierten auf der Riva von Fazana viele Staatsmänner aus der ganzen Welt auf und ab, wie auch politische Führer und Künstler aus allen Kontinenten. Im Jahr 1983 wurden die Inseln Brioni zum Nationalpark erklärt und Fazana erwachte wieder und fand zum Tourismus zurück. Die Aussichten für die Zukunft von der Riva von Fazana gehen von der Identität des Ortes aus, der für immer den malerischen Alltag des Fischerhafens, das gastgewerbliche Leben an der Riva, die Intimität der heimischen Dächer und die Lebendigkeit des kleinen Hafens bewahren möchten.
